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Shabby Chic: sicher, Dass sie wissen, was Das bedeutet?

Shabby Chic und Design.  Shabby Chic und Einrichtung.  Shabby Chic – Definition, Bedeutung, Geschichte … In letzter Zeit wird viel über Shabby Chic gesprochen. Aber sind Sie auch wirklich sicher, dass Sie wissen, was damit gemeint ist? Nur eine Modeerscheinung oder doch ein Lebensstil? Wir erklären es Ihnen.

Shabby Chic (wörtlich zu deutsch: „schäbiger Schick“) ist ein Oxymoron, wenn Sie sich einmal die Lexikoneinträge der einzelnen Wörter vor Augen halten. Daran ist erst mal nichts schlecht: Dieses Stilmittel stellt einfach eine Möglichkeit dar, zwei gegensätzliche Konzepte miteinander zu verbinden. Ein anderes Beispiel ist „beredtes Schweigen“. Die beiden Wörter „shabby“ und „chic“ stehen also in offensichtlichem Widerspruch zueinander, wenn sie auf denselben Stil angewandt werden. Shabby bedeutet glanzlos, alt, abgenutzt, unschön … und Chic … das genaue Gegenteil.

An dieser Stelle stellt sich also die Frage: Wie können die Begriffe „shabby“ und „chic“ gleichzeitig für ein und denselben Gegenstand verwendet werden? Tatsächlich ist es ganz einfach. Zumindest war es das in den 1980er Jahren, als die Bezeichnung Shabby Chic von dem Einrichtungsmagazin „The World of Interiors“ als Dekorations- und Einrichtungsstil geprägt wurde. Zehn Jahre später verlieh die Londoner Designerin Rachel Ashwell der Bezeichnung weiteren Aufwind, als sie ein Unternehmen mit dem Namen Shabby Chic gründete. Von einigen Seiten wird sogar behauptet, dass die ästhetischen Ursprünge dieses Ansatzes der Raumgestaltung noch viel weiter in die Vergangenheit zurückverfolgt werden können, und zwar bis ins Frankreich des mittleren 18. Jahrhunderts unter der Herrschaft von Louis XV, als die „Décapé“-Optik – also Möbel mit Gebrauchsspuren – in Mode war. Schauen wir uns das nun genauer an.

Der Ausdruck „Shabby Chic“ bezeichnet einen Einrichtungsstil, der in Wahrheit perfekte Eleganz ausstrahlt

In gewisser Hinsicht ist das augenscheinlich Schäbige nur vorgetäuscht: Eigentlich handelt es sich um getarnte Raffinesse. Es stimmt, die Möbel, Gegenstände, Dekorations- und Einrichtungsartikel erscheinen alt und abgenutzt und weisen im Allgemeinen aufgrund ihres Alters und der vielfachen Nutzung entsprechende Gebrauchsspuren auf. Aber ob diese Alterserscheinungen nun natürlich sind oder künstlich herbeigeführt wurden (oder beides) – der Shabby-Chic-Designer kreiert eine Atmosphäre, in der jedes Element im Raum sorgfältig ausgesucht oder bearbeitet wurde. Auf den ersten Blick mag alles unbedacht und zufällig erscheinen, doch die Ästhetik im Shabby Chic beruht auf sorgfältig abgewogenen Effekten, die bis ins kleinste Detail akribisch geplant wurden.

Die Oberflächen der Möbelstücke sind zum Beispiel idealerweise genau bis zum richtigen Grad verblichen oder abgenutzt, wodurch die Möbel Erinnerungen und nostalgische Gefühle wecken – eine altmodische Eleganz, bei der eine übermässige Zurschaustellung augenscheinlich vermieden wird. Noch besser ist es, wenn die Möbel tatsächlich alt sind, vielleicht Erbstücke von den Grosseltern oder Einzelstücke, die in Landhäusern oder auf Flohmärkten entdeckt wurden. Anschliessend werden diese Stücke möglicherweise einer Verwandlung unterzogen, bei der Sie selbst Hand anlegen und die kleinen Unvollkommenheiten wie die Holzmaserung, den ausgeblichenen Stoff oder die schwachen Spuren der ursprünglichen Farbgestaltung gekonnt zur Geltung bringen.

Im Shabby Chic liegt der Schwerpunkt in erster Linie auf drei Materialien: Holz, Eisen (schmiedeeiserne Betten dürfen keinesfalls fehlen) und alter Stein, der oftmals für Bodenbeläge oder Becken verwendet wird. All diese Materialien unterstreichen das Erscheinungsbild des vielfach Genutzten und die Atmosphäre „längst vergangener Zeiten“. In der Regel finden sich auch Akzente aus anderen Stilen wieder; beispielsweise werden Elemente des Landhausstils, des britischen und des provenzalischen Stils miteinander kombiniert.

Stoffe und Textilien tragen entscheidend zum charakteristischen Ambiente des Shabby Chic bei. Leichte Naturgewebe wie Baumwolle und Leinen sind dabei am häufigsten vertreten; sie werden für Betten, Sofas und Sessel, aber auch für Tischdecken und Vorhänge verwendet. Neben Blütendekoren und floralen Mustern spielen auch Spitze und Stickereien eine massgebliche Rolle, besonders im Schlafzimmer, im Bad und in der Küche.

Ein weiteres Leitmotiv ist die Präsentation alter Gegenstände. „Echter“ Shabby Chic umfasst nahezu immer alte Gegenstände wie Blechdosen, die zu Lampenschirmen umfunktioniert werden, alte Blumentöpfe, Silberbesteck, bunt zusammengestellte Kissen, die wie zufällig auf Sofas oder auf dem Boden verteilt wurden und zum gemütlichen Sitzen einladen, Herzmotive an Wänden, Türen, Kleiderschränken und Türgriffen, Quasten, blanke Dielen und alte Teppiche …
Im Shabby Chic kommen oftmals wiederkehrende Farbmuster zum Einsatz, wobei Weisstöne in Kombination mit neutralen Farben wie Creme-, Beige- und hellen Grauschattierungen dominieren. Selbstverständlich sind auch Pastelltöne äusserst beliebt: Hellblau, Aquamarin, Salbeigrün, Altrosa, Aprikose und zartes Lila … und all dies in jedem Fall zart und unaufdringlich gehalten.

Shabby Chic: ein kurzlebiger Trend?

Gegenstände mit sichtbaren Gebrauchsspuren, verblichene oder zerkratzte Möbel, Tische mit abblätterndem Lack, alte Truhen mit Kratzern und Kerben auf den Oberflächen, Spiegel mit mattem Rahmen und einer Spiegelfläche, die im Laufe der Zeit blind geworden ist … was hat dieses augenscheinlich Schäbige nur an sich, dass es dennoch von so vielen als schick erachtet wird? Dass es trotz allem diesen besonderen Status im Bereich der Raumgestaltung erreicht hat, den es heute einnimmt?

Einer der Gründe ist zweifellos folgender: Shabby Chic weckt unsere Faszination für die Vergangenheit und unser Bedürfnis nach seelischem Trost in Form von Erinnerungen, echten oder imaginären Wurzeln und durch die Geschichte inspirierten Vorstellungen. Es ist eine Art des kreativen Recyclings, das unseren Wunsch nährt, unserer Herkunft verbunden zu bleiben und regelmässig in eine Vergangenheit einzutauchen, die durch die Präsenz eindeutig moderner Elemente noch unterstrichen wird.

Ist diese Interpretation Ihrer Meinung nach zu sentimental? Unserer Ansicht nach nicht. Vor allem deshalb nicht, weil im Shabby Chic durch die Kombination verschiedener Stile – Landhaus, britischer und provenzalischer Stil – gerade diese emotionale Note hervorgehoben wird. Mit anderen Worten: Der perfekte Shabby-Chic-Effekt entsteht, wenn Sie einen rustikalen Touch mit britischem Stil kombinieren und dann den natürlichen Charme unwiderstehlicher Romantik ergänzen …

 

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